808 Pauline No. 2
Hommage an die Gründerin *Pauline Zimmerli
Zimmerli of Switzerland realisiert mit „Hommage an Pauline“ die zweite limitierte Serie zu Ehren der Firmengründerin Ida Pauline Zimmerli-Bäurlin. Sie gründete im Jahr 1871 das Unternehmen. Mit Ihren Ideen und Ihre Visionen verhalf Sie der Schweizer Strickereiindustrie zu neuer Blüte. Pauline Zimmerli starb 1914 im Alter von 85 Jahren. Die Serie „Hommage an Pauline“ verbindet Tradition mit dem heutigen Stand der textilen Technologie.
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*Pauline Zimmerli-Bäurlin (1829-1914)
Was der Ökonom Joseph Schumpeter als «Prozess der schöpferischen Zerstörung» beschreibt, ist in der Praxis die Geschichte von Menschen, welche die Not erfinderisch macht.
Als um 1860 die Teerfarben aufkamen, war Johann Jakob Zimmerli, ein alteingesessener Aarburger, mit seiner traditionellen Rotfärberei am Ende. Zum Glück hatte seine Frau eine Idee.
Pauline Zimmerli-Bäurlin war Arbeitsschullehrerin gewesen. Geboren 1829, hatte sie 1859 den Witwer Johan Jakob Zimmerli geheiratet und miterlebt, dass die Rotfärberei 1870 schliessen musste.
Aber sie erfuhr von ihrem Mann, dass in Basel eine Strickmaschine zur Ansicht stand. Eine Alternative zur Handstrickerei, wenn auch eine simple. Es war eine Maschine für den einfachen Stich.
Erfunden hatte sie 1867 J.W. Lamb, ein Tüftler aus Neuengland. Seine Lamb Knitting Machine Corporation in Chicopee Massachusetts an der amerikanischen Ostküste produziert bis heute einfache und zuverlässige Flach- und Rundstrickmaschinen.
Pauline zog kurzerhand nach Basel, wo auch schon ihr Stiefsohn lebte, und lernte dort das fachgerechte Hantieren mit der lambschen Maschine. Bedient wurde die Maschine von Hand. Einen Motor gab es nicht.
Aber mit der Handmaschine schaffte Pauline am Tag 12 bis 18 Paar feingarniger Strümpfe. Ein gewaltiger Fortschritt. Eine geübte Handstrickerin kommt am Tag im Maximum auf ein Paar grobgarniger Strümpfe.
Erst 1880 wurden die Strickmaschinen allmählich auf Motorantrieb umgestellt. Da war Pauline Zimmerli schon längst wieder in Aarburg. Mitgeführt hatte sie eine lambsche Strumpfstrickmaschine, mit der sie Aufsehen erregte und auf der sie vorerst allein arbeitete. In der Stube des Wohnhauses. Der Erfolg erlaubte die Anschaffung einer zweiten und einer dritten Maschine. Paulines Schwestern Louise und Adele organisierten den Verkauf. Sie zogen mit der Ware die Aare hinauf und belieferten die aufblühenden Zentren der Uhrenindustrie in Grenchen und Biel, bevor sie 1876 über ein Inserat in der «NZZ» einen Importeur für Frankreich mit Sitz in Paris ausfindig machten.
Pauline Zimmerli war aber weit mehr als eine ambitionierte Strickerin. Sie war eine Vollblutunternehmerin. Wie sich Andrea Müller-Plüss, eine ihrer ersten Arbeiterin, später erinnerte, dachte Pauline 1874 darüber nach, wie man eine Flachstrickmaschine konstruieren könnte, um damit Ripp-strickerei nach dem 2-Links-2-Rechts-Maschenmuster zu produzieren.
1876 wandte sie sich mit ihren ausgearbeiteten Unterlagen und Skizzen an die Lamb Knitting Machine Corporation. Sie sollte ihre Strickmaschinen umbauen, respektive neue Maschinen konstruieren. Pauline gab die «Launching-Order» mit der Bestellung mehrerer Maschinen auf eigenes Risiko. Für die erste zahlte sie den – für damalige Verhältnisse stattlichen – Betrag von 675 Franken.
Diese Risikobereitschaft zahlte sich aus. Mit der Entwicklung der 2-Nadel-Maschine war die Basis geschaffen für die Fertigung elastischer Strickwaren mit Rippmuster. Was mit «Swiss ribbed goods» ein Weltbegriff wurde, war das Werk Pauline Zimmerlis.
Die Nachfrage war auf Anhieb enorm. Pauline Zimmerli konnte sich nicht länger auf Aarburg beschränken und richtete im Bezirk Zofingen laufend neue Produktionsbetriebe ein.
Paulines Sohn Adolf unterstützte seine Tanten im Verkauf und reiste 1877 mit Blick auf die Weltausstellung im folgenden Jahr erstmals nach Paris. An der Weltausstellung 1878 hatte die Aarburger Qualitätsarbeit grossen Erfolg. Was als Heimarbeit in der Familie begonnen hatte, wurde sukzessive zu einer - zunächst in Brugg betriebenen -Industrieproduktion ausgebaut. Nach zwei wieder in Aarburg bezogenen Provisorien bezog Zimmerli 1899 ein neues Fabrikgebäude in der Nähe des Bahnhofs.
Ihr zweiter Sohn Oskar reiste bereits ab 1880 in die USA und einmal rund um die Welt, um mit vollen Auftragsbüchern nach Aarburg zurückzukehren. Er übernahm 1888 von seinem Bruder Adolf die Anteile und führte das Geschäft, nachdem sich Pauline zurückgezogen hatte. Sie hatte sich 1889 ein unauffälliges Haus an der oberen Bahnhofstrasse bauen lassen, an dem höchstens der Westgiebel und der kleine Park etwas vom materiellen Wohlstand erahnen liessen, den sie sich buchstäblich mit ihren Händen erarbeitet hatte. Dort starb Pauline Zimmerli 1914 im Alter von 85 Jahren.






